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Sandstrahlen mit Quarzsand

Das Sandstrahlen mit Quarzsand war früher sehr beliebt.
Vor allen Dingen private Heimwerker wussten die enorme Reinigungskraft beim Strahlen mit Quarzsand sehr zu schätzen.

Der Strahlenvorgang selbst erschien vielen allerdings eher lästig –
der Grund hierfür liegt an der Beschaffenheit des Quarzsandes. Er besteht fast ausschließlich aus winzigen Quarzkörnern. Beim Strahlen zerstäuben die ohnehin sehr feinen Körner noch weiter und zerfallen schließlich zu Staub.

Staubwolken entstehen und diese sind durch nichts aufzuhalten; Dichtungen, Ecken, Hohlräume – überall legen sich die Staubpartikel nieder.

Doch was viel schlimmer ist als diese Tatsache; der jeweilige Anwender bekommt das sofort zu spüren, denn der aufwirbelnde Staub blockiert nicht nur die Sicht – er legt sich auch auf die Atemwege!

Die gesundheitlichen Risiken sind enorm, denn häufig hat das Strahlen mit Quarzsand eine Staublunge zur Folge – selbst unter Zuhilfenahme eines Mund-und Sichtschutzes. Nicht nur Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen sind hier gefährdet – es kann prinzipiell jeden treffen; auch Gesunde!

Dennoch schwärmen nach wie vor einige Heimwerker von den kraftvollen Reinigungsergebnissen und viele Laien fragen sich, ob bestimmte Schutzmaßnahmen den Einsatz von Quarzsand unbedenklich machen würden.

Die Antwort hierauf ist in der Berufsgenossenschaftlichen Regel (BGR 500) klar formuliert.

Sandstrahlen mit Quarzsand – Finger weg!

Im Kapitel 2.24-Arbeiten mit Strahlgeräten-der Berufsgenossenschaftlichen Regel ist deutlich geregelt, wie es sich in Bezug auf das Sandstrahlen mit Quarzsand verhält:

Die zu verwendenden Strahlmittel dürfen nicht mehr als maximal zwei vom Hundert ihres Eigengewichtes an freier kristalliner Kieselsäure enthalten!

Im Regelfall überschreitet Quarzsand diesen Wert um ein Vielfaches – es ist also prinzipiell nicht mehr erlaubt!

Nicht nur für Privatleute ein No-Go – Sandstrahlen mit Quarzsand lähmt auch die Industrie
Selbst Industriebetriebe sind an strikte Auflagen gebunden – hier wird das ganze Ausmaß der Gefährlichkeit des Sandstrahlens mit Quarzsand deutlich.

Ausschließlich Betonuntergründe dürfen in absoluten Sonderfällen und nur nach vorheriger Genehmigung seitens der zuständigen Arbeitsschutzverwaltung mit Quarzsand gereinigt werden – und wohlgemerkt auch nur innerhalb der Industrie (Gewerbetreibender)!

Die Sicherheit geht immer vor.

Sandstrahlen mit Quarzsand:

Es ist keine Frage der Ehre – es ist absolut verboten!
Auch, wenn Quarzsand generell erhältlich ist – im Zusammenhang mit dem Sandstrahlen darf es in keinem Falle verwendet werden.

In der Bundesrepublik Deutschland existieren nicht umsonst strenge Gesetze und Vorschriften;
so dürfen beispielsweise ausschließlich geprüfte Werkzeuge in den Handel, Kraftfahrzeuge nur mit gültiger TÜV-Plakette am Straßenverkehr teilnehmen und Feuerwerkskörper nur dann in den Himmel geschossen werden, wenn sie nachweislich den deutschen Sicherheitsauflagen entsprechen.
Es gibt genügend Alternativen für das Reinigen diverser Oberflächen, die vollkommen unbedenklich sind – Sandstrahlen mit Quarzsand ist absolut keine Option!

Um wirklich Freude am Sandstrahlen zu haben, sollte sich jeder ambitionierte Heimwerker an diese Richtlinien halten. Schließlich möchte man nicht nur gute Ergebnisse erzielen – man ist wohl auch auf die Erhaltung seiner eigenen Gesundheit – und auch der Gesundheit anderer bedacht.
Sich trotz des gesetzlich geregelten Verbotes des Sandstrahlen mit Quarzsand einfach darüber hinwegzusetzen, wäre nicht nur gefährlich, sondern auch grob fahrlässig.
Jeder haftet in so einem Falle für seinen Fehler.

Alternativen gibt es mit Sicherheit zu Genüge – der sichere Umgang mit Werkzeugen und jeglichem Zubehör und die sachgemäße Verwendung wird heutzutage glücklicherweise groß geschrieben.