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Was ist eine Sandstrahlpistole?

Eine Sandstrahlpistole ist ein technisches Werkzeug, dass dazu verwendet wird, Strahlmittel (Sand, Granulat, Stahl, Soda u.ä), durch Druckluft auf Materialen und Oberflächen aufzutragen und diese zu bearbeiten. Die Pistole wird dabei entweder über einen Schlauch, mit einem Druckbehälter, oder direkt an einem, mit Strahlmittel, gefüllten Saugbecher verbunden.

In der Regel werden dadurch Farbreste, Rost und andere unerwünschte Beläge entfernt bzw. aufgeraut. Im handwerklich Fachjargon bezeichnet man diesen Vorgang als ”Sandstrahlen“.

Funktionsweise der Sandstrahlpistole

Die Sandstrahlpistole ist in der Regel, über einen Schlauch, an einem mit Strahlmittel gefüllten Druckkessel montiert. Sobald das Gebläse in Betrieb kommt, wird die Einfüllöffnung durch einen Elastomer-Kegel verschlossen, so dass keine Luft austritt. Daraufhin wird das Strahlmittel freigegeben und über den Strahlschlauch, zur Düse bzw. Stahlpistole weitergeleitet. Die Höhe des Luftdrucks und die Dosierung können dabei am Gerät reguliert werden.

Im Gegensatz zu früher, werden heutzutage vermehrt die sogenannten Venturi-Düsen eingesetzt, da diese gegenüber den zylindrischen Düsen, eine höhere Geschwindigkeit bei der Übertragung des Materials vom Kessel zur Pistole aufweisen. Kleinere Sandstrahler verwenden den Bernoulli-Effekt und sind dadurch leichter und flexibler, haben jedoch eine verminderte Leistung gegenüber Druckluftkesseln.

Es gibt auch Pistolen die mit einem Abzug/Griff bedient werden, doch aufgrund mangelnder Leistung und Flexibilität sind diese relativ seltener vorzufinden.

Über ein elektrisches Steuergerät wird der Sandstrahler aktiviert und reguliert. Ein Totmanschalter ist beim Betrieb von Sandstrahlpistolen, aus Sicherheitsgründen, Pflicht. Auch diese funktionieren mittlerweile elektrisch. Die sogenannte Schlauchquetsche, kommt dabei nicht mehr zum Einsatz.

Eine weitere Art der Funktion ist das Feuchtstrahlen. Dabei werden an der Düse der Pistole, kleine Mengen Wasser in den Luftstrom übertragen um das Staubaufkommen zu reduzieren. Je nach dem welches Material bestrahlt werden soll, ist diese Methode mehr oder weniger hilfreich.

Sandstrahlpistolen in der Praxis

Sandstahlpistolen haben verschiedene Einsatzmöglichkeiten. In erster Linie dienen sie der Oberflächenbearbeitung. So werden sie beispielsweise eingesetzt, um Lackreste von Möbeln, Wänden und anderen Gegenständen zu entfernen bzw. die Oberflächenstruktur zu erneuern, damit diese mit neuem Lack versehen werden kann. Im Vergleich zum mühevollen hobeln und schleifen von Hand, erleichtert die Pistole die Arbeit dabei ungemein.

Im Metallbereich wird die Sandstrahlpistole vor allem dazu verwendet, Oberflächen bestimmter Teile aufzurauen, so dass Lackierungen und Legierungen besser am Material haften bleiben. Des weiteren werden durch Sandstrahlen auch Stoffe verdichtet, um Beschädigungen vorzubeugen und die Nachhaltigkeit zu verbessern. Außerdem ist die Verwendung einer Sandstrahlpistole, die effektivste Methode um Rost und andere Unebenheiten von Metallen zu entfernen.

Neben Holz-und Metallbearbeitung bieten sich Sandstrahlpistolen auch zur Arbeit mit Glas an. Beispielsweise um Scheiben einen bestimmten Schliff oder eine gewisse Mattierung zu verleihen.

Reinigungsfirmen setzten Sandstrahlpistolen auch zum Entfernen von Schmutz, auf bestimmten Oberflächen und zum Reinigen von Maschinen, Motoren, Behältern u.ä ein.

Die verschiedenen Arten von Sandstrahlpistolen

Es gibt zwei Arten von Sandstrahlpistolen:

Sandstrahlpistolen mit Schlauch

Diese Ausführung besteht aus einer Pistole, einem Strahlschlauch, einem Kompressor und einem Behälter für das Strahlmittel. Die Komponenten sind jeweils miteinander verbunden. Diese Kombination ist für kleinere als auch größere Einsatzgebiete geeignet und daher besonders flexibel. Vor allem Bauunternehmen, Reinigungsfirmen, KFZ-Werkstätten und andere Handwerker benutzen diese Art von Sandstrahlpistolen.

Anfänger brauchen etwas Zeit um sich an den Umgang mit dem Gerät zu gewöhnen. Vor allem der Umgang mit zwei Schläuchen (Für Strahlgut und Druckluft), erweist sich als etwas gewöhnungsbedürftig. Doch sobald man den Dreh raus hat, stellt die Arbeit mit dem Gerät, keinerlei Probleme mehr da.

Die Pistole mit Schlauch eignet sich vor allem für den Dauereinsatz sowie zur Bearbeitung großer Flächen und Objekte, wie z. B. Maschinen, Container, Wände etc. Doch auch bei kleineren Einsätzen, lässt sich wunderbar mit dem Gerät arbeiten.

Sandstrahlpistolen mit Saugbecher

Im Gegensatz zur Pistole mit Schlauch, ist dieses Modell praktischer und platzsparender. Zur Anwendung wird kein externer Behälter für Strahlmittel benötigt. Das Strahlgut befindet sich im Saugbecher, welcher direkt unter der Pistole montiert wird. Druckluft wird entweder über eine, an der Pistole angebrachte Druckluftpatrone, oder über einen externen Kompressor produziert.

Durch das geringe Gewicht und die handliche Größe, lässt sich die sogenannte Becherpistole leicht transportieren und ist vor allem für den Einsatz an schwer erreichbaren Stellen (Winkel, Ecken, verbaute Maschinenteile) geeignet. Zur Bearbeitung großer Flächen, ist sie aufgrund ihrer geringen Leistungsfähigkeit, gegenüber der größeren Version, nicht zu gebrauchen.

Die Pistole mit Saugbecher ist ideal zum Reinigen von Möbeln und zur Ausbesserung kleiner Schäden, an Metallgegenständen (Fahrräder, Rohre, Bauteile). Die leichte Bedienung macht den Umgang mit der Pistole, auch für Anfänger, zum Kinderspiel.

Die besten Hersteller von Sandstrahlpistolen

ELMAG

Das österreichische Unternehmen ist seit 1984 im Bereich von Druckluftwerkzeugen tätig und mittlerweile einer der Marktführer in diesem Bereich. In erster Line stellt die Firma Sandstrahlgeräte und Zubehör für Handwerker und Industriebetriebe her. Die Pistolen von ELMAG bieten eine überdurchschnittliche Qualität und sind daher etwas teurer als herkömmliche Ausführungen.

ROADCRAFT

Diese Firma aus der deutschen Stadt Mülheim existiert seit 1974 und vertreibt seine Pneumatik-Werkzeuge in über 80 Ländern, weltweit. Vor allem Automobilhersteller und industrielle Maschinenbetriebe zählen zu den Stammkunden von RODCRAFT. Die mobilen Becherpistolen haben ein Fassungsvermögen von 10 Litern und verfügen grundsätzlich über Behälter aus Kunststoff, wodurch sie besonders leicht und flexibel sind. Die Pistolen eignen sich sowohl für den industriellen Bereich als auch für Heimanwender. Preislich liegen die Geräte bei etwa 100 Euro.

TRAD4U

Das Unternehmen wurde 2005 in Belgien gegründet, doch stellt seine Produkte in China her. Das Angebot beinhaltet neben Pistolen, auch Strahlmittel und Arbeitskleidung. Durch die günstige Produktion in Fernost, bietet die Firma ihre Produkte zu vergleichsweise niedrigen Preisen an. Die Qualität der Produkte reicht vom herkömmlichen Verbraucherstandard, bis hin zu professionellen Industriegeräten.

Preise von Sandstrahlpistolen

Die Kosten für eine Sandstrahlpistole unterscheiden sich je nach Hersteller, Qualität und Zubehör. So kann man Geräte von unbekannten Firmen bereits ab ca. 15 Euro erwerben, während Markengeräte in der Regel zwischen 50 bis 100 Euro gehandelt werden. Einige Beispiele:

Einfache Sandstrahlpistolen

Diese Modelle kommen i.d.R mit einer Ersatzdüse, doch ohne eigenen Behälter daher. Per Schlauch kann die Pistole direkt an einen externen Kessel angeschlossen werden. Die Preise liegen bei ca. 15 Euro.

Sandstrahlpistolen mit Rückgewinnung

Diese Pistolen haben einen Textilsack für Strahlmittel, verschiedene Strahlaufsätze und eine Flasche mit Strahlsand. Der Saugbecher hat normalerweise ein Volumen von ca. einem Liter und einen kleinen Auffangbehälter zur Rückgewinnung. Diese Geräte sind ab 45 Euro erhältlich.

Hochwertige Sandstrahlpistolen

Die hochwertigen Pistolen verfügen über Feindosierung und werden mit Bürstendüse, sowie weiteren Zusatzdüsen geliefert. Die Pistolen sind aus einem stabilen Alugehäuse gefertigt und verfügen über einen ergonomisch geformten Handgriff. Sie sind ab 100 Euro erhältlich.

Die Auswahl an Pistolen zum Sandstrahlen ist riesig, deshalb sollte vor dem Kauf abgewägt werden, welchem Zweck sie dienen, und wie häufig sie eingesetzt werden sollen.

Was beim Kauf zu beachten ist:

Um die richtige Auswahl beim Kauf einer Sandstrahlpistole zu treffen, ist es wichtig zu wissen um welche Art es sich handeln soll und wofür sie benötigt wird. Somit muss zuerst einmal entschieden werden, ob es sich um eine Pistole mit Schlauch und externem Sandstrahlkessel oder um eine einfache Pistole mit Saugbecher und Kompressoranschluss, handeln soll.

Je nach dem welche Arbeit verrichtet werden soll, haben die jeweiligen Modelle ihre Vor- und Nachteile. Wenn lediglich kleine Korrekturen an Möbeln oder Maschinen vorgenommen werden, ist die Pistole mit Saugbecher die bessere Wahl, da sie handlich und leicht einsetzbar ist. Bei arbeiten auf großen Flächen und hartnäckigen Materialien, ist der Einsatz eines grossen Kessels und hohem Luftdruck, dagegen unverzichtbar um gute Ergebnisse abzuliefern.

Viel Kraft ist nicht immer von Vorteil. Vor allem bei empfindlichen Materialien, kann ein zu hoher Druck Beschädigungen verursachen. Am besten wählt man daher eine Pistole mit variablem Druckvolumen. Des weiteren gilt zu beachten, dass ein hoher Luftdruck, einen umso stärkeren Kompressor erfordert und ebenso mehr Strahlmittel verbraucht. Ein hoher Arbeitsdruck ist daher lediglich für großflächige Arbeiten geeignet.

Ebenso sollte man die verfügbaren Anschlüsse in Betracht ziehen. Bei der Nutzung eines Schlauchs ist es wichtig die Kompatibilität mit dem jeweiligen Sandstrahler zu überprüfen, da nicht alle Geräte und Anschlüsse aufeinander abgestimmt sind. Bei Becherpistolen sollte man auf das Volumen des Saugbechers achten. Für die Bearbeitung kleinerer Flächen, ist eine simple Pistole, mit einem kleinen Vorratsbehälter von 1-2 Liter, im Normalfall völlig ausreichend.

Außerdem wichtig sind das Gewicht , das Zubehör, sowie die Rückgewinnung von Streugut. Das Gewicht spielt eine entscheidende Rolle beim Einsatz, denn wenn die Pistole über einen längeren Zeitraum eingesetzt werden soll, ist ein geringes Gewicht für den Anwender von großem Nutzen.

Ebenso ist die Möglichkeit der Rückgewinnung von Strahlmittel ein vorteilhaftes Extra, da vor allem bei größeren Projekten, eine hohe Menge Streugut verbraucht wird und somit Geld gespart werden kann. Bei Beutelpistolen ist dies leider, aufgrund eines fehlenden Auffangbereichs, nicht möglich.

Zu guter letzt ist gegen ein gut ausgestattetes Paket nichts einzuwenden. Wenn Ersatzteile, Sicherheitskleidung oder anderes Zubehör bereits mitgeliefert wird, erspart das dem Kunden wertvolle Zeit und Nerven.

Die unterschiedlichen Strahlmittel

Bei der Verwendung von Sandstrahlern kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Das verwendete Strahlmittel ist dabei vom jeweiligen Einsatzgebiet abhängig. Die gängigsten Mittel sind:

  • Kies
  • Hartguss
  • Glaskugeln
  • Schrot
  • Stahlguss
  • Granit
  • Keramik
  • Amacast
  • Duroplast
  • Aluminium
  • Drahtkorn

Der früher, üblich gebrauchte Quarzsand, ist aufgrund seiner gesundheitsgefährdenden Wirkung, mittlerweile verboten in Deutschland. Metallische und mineralische Stoffe, werden im Gegensatz zu synthetischen und pflanzlichen Mitteln, in der Regel bevorzugt. In letzter Zeit erfreut sich auch der Einsatz von Trockeneis, immer größerer Beliebtheit beim Sandstrahlen.

Was beim Sandstrahlen zu beachten ist

Das Wichtigste bei jeder handwerklichen Tätigkeit, ist natürlich die Sicherheit. Deshalb sollten bei der Nutzung von Pistolen zum Sandstrahlen, zu aller erst die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Dazu zählt in erster Linie das Tragen eines Atemschutzes, um zu Verhindern dass Staubpartikel in die Atemwege gelangen, sowie das Tragen entsprechender Kleidung, zum Schutze der Haut. Die Arbeitskleidung sollte entweder waschbar sein oder einmalig verwendet werden. Ein zusätzliches Absaugsystem und eine Überwachung der Luftwerte sind, vor allem im industriellen Bereich, ebenfalls empfehlenswert.

Eine Gehörschutz sollte beim Betrieb von lauten Kompressoren getragen werden, da dabei hohe Lautstärken auftreten. Außerdem sollten Arbeiten mit der Sandstrahlpistole, stets abseits von ungeschützten Personen erfolgen.

Zubehör für Sandstrahlpistolen

Es gibt eine reichhaltige Auswahl an Zubehör für Sandstrahlpistolen, welches je nach Einsatzgebiet, entweder unbedingt notwendig ist oder die Arbeit mit der Pistole erleichtert. Zu den unabdingbaren Utensilien zählen:

  • Schutzbrille/-maske
  • Arbeitskleidung
  • Schutzhandschuhe
  • Ersatzteile (Düsen, Schläuche, Ventile)
  • Streumittel

Um die Arbeit zu erleichtern und die Sicherheit zu erhöhen, können zusätzliche Hilfsmittel eingesetzt werden, wie:

  • Sandstrahl-Overalls
  • Kondensatabscheider
  • Feinstaub-Filterschrank
  • Lade/-rolltische
  • Staubfiltersäcke

Das Sortiment ist auch hier wiederum sehr reichhaltig und unterscheidet sich, je nach Modell und Hersteller.

Pistolen zum Sandstrahlen sind praktische und vielseitige Werkzeuge, die sich sowohl für Heimarbeiten als auch im industriellen Betrieb als äußerst nützlich erweisen und die Arbeit mit verschiedensten Materialien, um ein vielfaches erleichtern.