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Strahlmittel

Verschiedenste Strahlmittel kommen beim Sandstrahlen zum Einsatz. Mache von ihnen sind als Einweg nur einmal benutzbar, andere sind Mehrweg-Strahlmittel. Zudem kann die Körnung selbst innerhalb eines Strahlmittels variieren, also dasselbe Strahlmittel kann je nach Produkt eine unterschiedlich starke Abrasivwirkung haben.

Sand als Strahlmittel und andere Minerale

Ursprünglich verwendete man Quarzsand, das aus gesundheitlichen Gründen in Deutschland mittlerweile verboten ist. Beim Sandstrahlen zerstäubt der Quarzsand. Der Staub kann vom Menschen eingeatmet werden und Silikose, auch Staublunge genannt, hervorrufen. Mittlerweile haben sich viele Alternativen etabliert.

Korund ist ein Mineral der Oxide und Hydroxide. Als ferritfreies Strahlmittel ist es besonders scharfkantig, aber auch recht teuer. Wird meist eingesetzt, um ferritfreie Metalloberflächen von Lack und Beschichtungen zu entfernen oder zur Vorbereitung von Oberflächen für andere Behandlungen. Man kann zwischen Normal- und Edelkorund unterscheiden. Normalkorund ist bereits besonders hart und hat ein breites Anwendungsspektrum, da es auch zum Schleifen als Schleifpapier verwendet wird. Edelkorund ist extrem hart, spröde und abrasiv, somit besonders aggressiv.

Granatsand besteht hauptsächlich aus Granat und anderen silikatischen Sanden. Es ist weniger scharfkantig als Korund, trotzdem besonders hart und schwer, was zu einer hohen Abrasivwirkung führt. Es kommt deswegen auch kaum zur Staubentwicklung und da es weder chemisch noch metallisch ist, ist es nicht schädlich für die Umwelt und Gesundheit.

Künstliche Strahlmittel

Kunststoff ist weniger aggressiv und eignet sich deshalb besser für Oberflächen, die sanfter behandelt werden sollen. Es ist nicht abrasiv und schont die Oberfläche. Der Kunststoff greift das Grundmaterial nicht an und ist deshalb in erster Linie für die Oberflächenreinigung zu gebrauchen.

Aufgrund der runden Form sind die Kugeln von Glasperlen ebenfalls sehr beliebt, wenn es darum geht, Oberflächen schonend zu reinigen. Glasperlen gehören zu den am häufigsten verwendeten Strahlmitteln. Die Oberflächen werden besonders rein, bei weiterer Behandlung eher matt, wo hingegen abrasivere Strahlmittel die Oberfläche aufrauen würden.

Schlacke ist ein Einwegstrahlmittel und besteht aus Abfallprodukten der Industrie. Deswegen ist es recht preiswert, besitzt trotzdem eine recht hohe Abrasivwirkung.

Das Strahlen mit Trockeneis ist eine andere wenig abrasive Methode. Gefrorenes Kohlenstoffdioxid bei -78 °C wird auf die zu behandelnde Oberfläche gesprüht und macht diese spröde. Der Schmutz platzt einfach ab, das Material darunter wird nicht angegriffen. Darüber hinaus bleiben keine Reste zurück (außer vom abgeplatzten Schmutz natürlich) und es entwickelt sich kein Staub.

Naturstoffe

Selbst Nussschalen finden, gereinigt und gemahlen, als Strahlmittel-Granulat Anwendung. Sie sind sehr weich und schädigen das Grundmaterial nicht, deshalb gut für empfindliche Oberfläche geeignet. Ein reines Naturprodukt.